UM:LAUT - múm plays "Menschen am Sonntag" Film-Konzert

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UM:LAUT - múm plays "Menschen am Sonntag" Film-Konzert

Description

"Eine der ergiebigsten Berliner Spielwiesen etablierter Künstler mit Mut zum musikalischen Experiment" (Groove, 2015): Nach fast zehn Jahren als "Impulsgeber und Begegnungsstätte für Musikschaffende, die über den Tellerrand ihrer Genres hinausschauen" (Spex, 2017), geht die UM:LAUT-Reihe im Februar in die letzte Runde. Zum Abschluss der überaus erfolgreichen Veranstaltungsserie, die seit 2011 fast fünfzig Künstler im radialsystem präsentiert hat, geben sich noch einmal die Grenzgänger von múm die Ehre und vertonen ein Meisterwerk der deutschen Stummfilm-Ära.

Pünktlich zur Berlinale kehren die Isländer nach den von Publikum wie Presse gefeierten Vorstellungen in den letzten Jahren zurück auf die UM:LAUT-Bühne und laden ein letztes Mal zu zwei exklusiven Film-Konzertabenden ins radialsystem: Gemeinsam mit dem außergewöhnlichen Perkussionisten Samuli Kosminen liefern die múm-Gründer Gunnar Tynes und Örvar Smárason einen Live-Soundtrack zum wunderbaren Film-Klassiker "Menschen am Sonntag" - ein zeitloses und lebendiges Portrait Berlins und seiner jungen Bewohner zum Ende der 20er-Jahre. Der halbdokumentarische Film von 1930 galt bereits nach seiner Entstehung als ein Meilenstein des Kinos, für die Macher um Billy Wilder war er das Sprungbrett nach Hollywood. Für den Film existierte nie eine Musik, zumeist wurde das Werk bei Aufführungen mit Liedern von Marlene Dietrich untermalt. Grund genug also, dass sich die Electronica- und Post-Rock-Forscher von múm diesem Zeitdokument ein weiteres Mal am Ort seiner Entstehung widmen - und die UM:LAUT-Reihe mit einem ihrer erfolgreichsten und schönsten Projekte einen gebührenden Abschluss feiert.

MÚM
Verspielte Electronica, sphärische Ambient-Sounds, experimenteller Indie-Pop: múm haben mit ihren zahlreichen Alben und unterschiedlichen Projekten noch nie in gängige Schubladen gepasst. "Die vielleicht originellste Band Islands" (ByteFM), wurde 1997 von Gunnar Örn Tynes und Örvar Þóreyjarson Smárason gegründet, später kamen die Zwillingsschwestern Kristín Anna und Gyða Valtýsdóttir dazu. Ihr eigenständiger Sound sowie das spielerische Experimentieren mit traditionellen, elektronischen wie unkonventionellen Instrumenten hat die Band schnell zu einem der populärsten Acts aus dem hohen Norden gemacht. In den letzten Jahren ist das einstige Quartett aus Reykjavík im offenen Kollektiv aufgegangen und lotet mit zahlreichen befreundeten Musikern und in unberechenbar wechselnder Besetzung die Grenzen experimenteller Hörerlebnisse aus. Neben sieben Alben, einigen EPs und Singles bei Morr Music und Fat Cat Records entstanden auch zahlreiche Kollaborationen und verschiedene Projekte wie ein Soundtrack zu dem Film "Panzerkreuzer Potemkin" von Sergej Eisenstein, Musik zum Theaterstück "Blái hnötturinn" von Andri Snær Magnason oder das gefeierte Orchesterwerk "Drowning" mit dem Pianisten Hauschka und dem MDR Sinfonieorchester. Mit Samuli Kosminen ist bei den Konzerten im radialsystem ein Musiker mit auf der Bühne, der die Band regelmäßig auf Tour unterstützt. Er ist einer der gefragtesten und experimentierfreudigsten Perkussionisten und Produzenten Skandinaviens. Seine Live-Performances sind neben seinem virtuosen Spiel und den einzigartigen Klangwelten auch aufgrund seines umfangreichen Werkzeugs aus gesammelten und gefundenen Gegenständen und Instrumenten bemerkenswert.

MENSCHEN AM SONNTAG
"Eines der herausragenden Werke der deutschen Stummfilm-Avantgarde" (Lexikon des internationalen Films): "Menschen am Sonntag" schildert halbdokumentarisch das Leben junger Menschen in der Metropole Berlin am Ende der 1920er-Jahre. Auch wenn der Film in die Schlussphase der großen deutschen Stummfilm-Ära fällt, wirkt er weder nostalgisch noch rückwärtsgewandt, sondern durch die unkonventionelle und überraschende, in dokumentarischer Manier gedrehten Bilder von Menschen, Orten und Stimmungen vielmehr wie ein Aufbegehren gegen die ausgetretenen Pfade des alten Erzählkinos. Neben einzelnen bekannteren Protagonisten wie der erfolgreichen modernen Tänzerin Valeska Gert treten Laiendarsteller und ein unverbrauchtes, spontanes Spiel an die Stelle von Stars und eingeübten Bewegungen. Das noch unzerstörte Berlin, seine Menschen, Straßen, der Grunewald und die Havel sind Schauplatz und Statisterie zugleich - in "Menschen am Sonntag" passiert nicht viel, aber seine charmante, ehrliche und leicht ironische Beobachtung der Hauptstadt in sommerlicher Wochenendstimmung machen den Film zu einem lebendigen, unterhaltsamen und zeitlosen Dokument. Für die damals sehr jungen Filmschaffenden um den späteren Oscar-Preisträger Billy Wilder war der unter teils chaotischen und prekären Produktionsbedingungen entstandene Film Abenteuer und Karrieresprungbrett, die Entstehungsgeschichte macht den Film zu einem der ersten Independentfilme und zu einem Vorläufer des Neorealismus der Nachkriegszeit.

UM:LAUT ist eine Plattform für Künstler und Labels, die sich verschiedener musikalischer Traditionen bedienen und doch einzigartig und frei von Genregrenzen ambitionierte Projekte realisieren. Der Fokus der von Ben Czernek und Hannes Frey kuratierten Reihe liegt dabei auf Zwischenräumen und Schnittmengen, auf der experimentellen Bandbreite von klassischer und elektronischer Instrumentierung, Komposition und Improvisation, Club und Konzertsaal. UM:LAUT fördert insbesondere den Dialog mit anderen Kunstformen - Musik als Impulsgeber für Film, Video, Fotografie, Installation, Tanz und Performance. Ein Experimentierfeld für Kooperationen von Künstlern unterschiedlicher Disziplinen. Weitere Informationen unter www.umlautlive.de.

When & Where
Date & Time
Sa, 02/22/2020
Doors: 19:45
Start: 20:00
Location
Radialsystem V
Holzmarktstr. 33, 10243 Berlin
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Hosts
Radialsystem V GmbH

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